Die gemeindeeigene Röperkate ist sicherlich eines der ältesten Gebäude Grönwohlds, das dendrochronologische Gutachten gibt als Baujahr 1667 (Abweichung plus 14 Jahre und minus 6 Jahre) an. In zentraler Lage trägt sie wie kaum ein anderes Gebäude zur Prägung des Ortsbildes bei, stellte jedoch über viele Jahre wegen ihres schlimmen baulichen Zustandes ein großes Problem nicht nur für den Grönwohlder Gemeinderat dar.

Als im Jahre 1999 die letzten Mieter auszogen, konnte sich die Gemeinde wegen ihrer angespannten Finanzlage nicht durchringen, das Gebäude durch Verschuldung zu sanieren, andererseits wollte sich aber auch niemand offen für den Abriss aussprechen.

In diesem nahezu unauflösbaren Widerspruch gab es nur eine Lösung: Eine Restaurierung durch private Initiative. So wurde am 5. Dezember 2000 der Katenverein ins Leben gerufen.
Die Kate ist ein norddeutsches Hallenhaus in der sog. "Zweiständer"-Bauweise. Die tragenden Teile - zwei Ständer - stehen geschützt im Inneren des Hauses; die Außenwände haben nur raumabschließende Funktion. Beiderseits der Diele befinden sich in Firstrichtung zwei auf Findlingen oder Schwellen stehende Ständerreihen; auf diesen Balken sitzen die Sparren und somit der Dachstuhl. Dachstuhl und Außenwände sind durch aufgelegte Hölzer, sog. Aufschieblinge verbunden. Dieses ermöglicht es, die Dachhaut tief herabzuschleppen, dass sie wie ein schützender Pelz über dem Haus liegt.

Quelle: Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V.
Die Grundrißform der Röperkate gehört zum Typ des Sackdielenhauses:
Es ist geprägt durch eine vor dem Kammerfach endende Diele, die sich aber zu einer oder beiden Außenwänden hin in die sog. Luchten öffnet.
Andere Formen der Grundrisse sind Durchfahrtsdielenhaus und das Durchgangsdielenhaus, die an der anderen Stirnseite eine Ausfahrt bzw. einen Ausgang haben.

Legende:
B = Boden
D = Diele
F = Feuerstelle
H = Hille
K = Kammer
L = Lucht
S = Stall
ST = Stube


Quelle: Ländliche Fachwerkbauten des 17. bis 19. Jahrhunderts im Kreis Herzogtum Lauenburg; erschienen 2001 im Wachholtz Verlag Neumünster






Der Grundriß im Jahre 2000 (vor dem Umbau)






Der Grundriß im Jahre 2010 (nach dem Umbau)